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Thur- und Neckerweg
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4marce norbert hörler

Am Aufstieg zu den Thurfällen in Unterwasser entfaltet sich «topochoreographies». Sechs Bronze-Tafeln mit Zeichnungen, Texten und Instruktionen im lokalen Dialekt greifen die Kreisläufe der Natur auf und laden dazu ein, den Ort mit allen Sinnen neu zu erleben – durch gemeinsames Vorlesen, Beobachten, Singen, Bewegen und Vorstellen.

marce norbert hörler

marce norbert hörler (geb. 1989, CH) lebt und arbeitet zwischen Berlin und der Schweiz. Deys Arbeit basiert auf umfangreichen linguistischen Recherchen, poetischem Schreiben und Materialexperimenten, die sich in Performances, Installationen, Textilien und Düften verdichten. Indem dey die Stimme und andere sinnliche Fähigkeiten des Körpers inszeniert, erforscht marce Systeme der Wissensproduktion, Praktiken der Sinnstiftung und Technologien des Geschichtenerzählens. Fragen der Verkörperung und der weltbildenden Fähigkeiten der sinnlichen Wahrnehmung sind zentrale Motivationen in marces Praxis. In multisensorischen räumlichen und zeitlichen Dramaturgien arbeitet marce queere Vorstellungen von Beweisführung und Bedeutungsproduktion heraus. marces olfaktorische Praxis und Forschung findet ihre Form in Performances, Installationen sowie Workshops und Vorträgen.

topochoreographies

Sie befinden sich auf dem Weg zu den Thurwasserfällen. Der Pfad im Chämmerlitobel wurde 1927 von Emil Waldburger erschlossen und führt durch eine Felsengalerie hinauf zu einer Aussichtsplattform. Das Kunstwerk ist inspiriert von den Wasserfällen und den Bewegungen des Wassers. Es orientiert sich an natürlichen Kreisläufen wie Ebbe und Flut oder den Phasen des Mondes.

Entlang des Weges stehen sechs Tafeln mit Zeichnungen und Texten im lokalen Dialekt. Sie laden uns ein, den Ort performativ und mit allen Sinnen zu erkunden. Die Zeichnungen und Texte erinnern an Anleitungen und Notationen. Wenn wir sie ausführen, kann sich unsere Wahrnehmung verändern und der Ort auf eine andere Weise erlebt werden: durch gemeinsames Vorlesen, Beobachten, Bewegen, Singen und Vorstellen.

Wie Tarotkarten eröffnen sie Deutungsräume für mögliche Geschichten und Gesten, die hier entstehen können.

Die Tafeln sind in Bronze gegossen. Mit der Zeit reagiert das unbehandelte Material auf das Wetter und die Oberfläche wandelt sich. Wie sich das Wasser bewegt, wandeln sich auch die Tafeln.

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