in Kürze
Yvonne Lanz lebt und arbeitet in Bern. Ihre Werke verknüpfen Keramik, Video und Poesie. Ausgehend von Lehm und archäologischen Funden forscht sie zu Tiefenzeit (die unvorstellbar langen Zeiträume der Erdgeschichte), unserer Wahrnehmung und menschlichen Spuren in der Landschaft. Inspiriert von den eigenen Fussabdrücken, die sie wandernd in der Toggenburger Landschaft hinterliess, entstanden zwei grosse Keramiken und kleinere Objekte aus selbst gesammeltem Lichtensteiger Lehm. Diese werden mit den Jahren verwittern und zu Staub verfallen.
Werk
Zwischen zwei Bergen fliesst ein Fluss (2026)
«Im letzten Herbst bewegte ich mich zwischen zwei Bergen, durchstreifte die Wälder, folgte dem Flusslauf und wühlte im Boden nach wildem Lehm. Zwischen diesen Bergen fliesst ein Bach, an dessen Ufer ich Tonerde fand. An einem verschneiten Tag wanderte ich auf einen der Berge hinauf, meine Stiefel sanken tief in den Schnee. Am folgenden Tag entdeckte ich vom Gipfel des gegenüberliegenden Berges die Linie, die ich mit meinen Schritten in die Landschaft gezeichnet hatte. In diesem Moment blickte ich in meine eigene Vergangenheit und realisierte erneut, wie wir Spuren in der Landschaft hinterlassen und sie durch unser Handeln formen. Gleichzeitig prägen der Wald und die Region auch uns. Wir sind miteinander verwoben und befinden uns in einem fortlaufenden Prozess.». So erzählt Yvonne Lanz von ihrer Zeit in Lichtensteig.
Ihre vielschichtigen Eindrücke setzte sie in zwei grossen Keramiken und mehreren kleineren Objekten aus lokalem Lehm um. Die Objekte und ein dazugehöriges Hörstück gleichen Tagebucheinträgen, erzählen eigene Geschichten und speisen sich aus Erinnerungen. Der lokale Lehm wird während der nächsten Jahre verwittern und auseinanderfallen, ähnlich der Ruine Neutoggenburg, die auf einem der beiden Berge steht und die von Yvonne Gallo oft aufgesucht wurde. Was am Ende zurückbleibt, ist Staub, der alle vorangegangenen Prozesse in sich trägt.
Künstlerin
Yvonne Lanz
Yvonne Lanz (1984*) lebt und arbeitet in Bern. Ihre Werke verknüpfen Keramik, Video und Poesie, die in einem fortlaufenden Dialog zueinander stehen. Ausgehend von Lehm und archäologischen Funden forscht sie zu Tiefenzeit (die unvorstellbar langen Zeiträume der Erdgeschichte), unserer Wahrnehmung und menschlichen Spuren. Es interessiert sie, wie Material Wissen speichert und wie vergangene Lebensformen unser heutiges Handeln prägen. Wahrnehmung versteht sie dabei als aktiven Prozess, der geübt werden kann. An offenen Stellen setzt Yvonne Lanz künstlerisch an und nutzt Lücken bewusst als Ausgangspunkt um Geschichten zu erzählen und zur Formfindung der Skulpturen.
Web
Instagram: @hyvonn