21.11.2025, ab 18:00 Uhr
DOGO: WORK IN PROGRESS
zu Gast bei visarte ost im Projektraum «Auto» am neuen Standort: Wassergasse 4, 9000 St.Gallen
Die Duos Lulu&Whiskey (CH) sowie Jana Joanna Milbou + Jonathan De Maeyer (BE), derzeit in der Dogo Residenz in Lichtensteig tätig, öffnen den St.Galler Projektraum «AUTO». Sie gewähren – mittels Ideenskizzen, Materialsammlungen und Rechercheschnipseln – Einblick in ihre künstlerischen Prozesse. Eine Einladung, ins Gespräch zu kommen und das diesjährige Schwerpunktthema Wald gemeinsam zu reflektieren. Der Wald steht im Zentrum der diesjährigen Aufenthalte – denn er umgibt die Dogo Residenz im Toggenburg und bietet den Künstler*innen mit seiner allgegenwärtigen Präsenz eine gemeinsame Ausgangslage und Anknüpfungspunkte.
Jana Joanna Milbou und Jonathan De Meayer erforschen die Wurzeln menschlicher Entfremdung von der Umwelt, indem sie sich mit alten Traditionen und Wissen über Rituale, Heilung und Pflanzen beschäftigen. Ihre Praxis umfasst Beobachtung, Wandern, Sammeln von Wildpflanzen, Schreiben, Fotografieren und Filmen und übersetzt Gefühle wie Angst, Ohnmacht und Zweifel in visueller und performativer Form.
Lulu&Whiskey erschaffen vielstimmige, sich wandelnde Räume – performativ, digital, akustisch und skulptural. Sie verstehen sich als gleichwertige Co-Autor*innen mit allen beteiligten Entitäten. Ihre Arbeiten bilden das Rahmenwerk für eine Auseinandersetzung mit einer ‹more-than-human›-Philosophie: Im Zentrum ihrer Praxis steht die Frage, wie Menschen, Nicht-Menschen und Materie miteinander interagieren, kommunizieren und zusammenleben. Empathie ist dabei sowohl Werkzeug als auch Thema – ein Weg zu einem nachhaltigeren Umgang mit der lebendigen Welt.
Und last but not least: Auch für das leibliche Wohl ist gesorgt. Verpflegt werden Besucher*innen mit den inzwischen fast schon legendären, originalen, veganen Dogo Hot Dogs.
Thur- und Neckerweg
jederzeit begehbar
mit: Anna Maria Fink (AT), Lucie Tuma (CH) und Mirre Yayla Séur (NL)
Die Dogo Residenz für Neue Kunst wurde von Toggenburg Tourismus eingeladen, die Entwicklung von fünf semi-permanenten, ortsspezifischen Kunstwerken entlang der Flüsse Thur und Necker zu begleiten. Die Werke sind Teil einer regionalen Initiative, welche unter dem Leitgedanken der Achtsamkeit einen 80 Kilometer langen Wanderweg neu in Szene setzt. Für ausgewählte Standorte entlang des Weges, darunter ein Kraftwerk, eine Flussmündung oder ein Wasserfall, wurden in einem mehrstufigen Prozess die Kunstschaffenden Anna Maria Fink (AT), Lucie Tuma (CH), marce norbert hörler (CH), Mirre Yayla Séur (NL) und Studio ERBA (AT/NL) ausgewählt. Drei der fünf entstehenden Arbeiten feierten am 27. September 2025, im Rahmen der Eröffnung des Thur- und Neckerwegs, ihre Vernissage. Die Eröffnung der Arbeiten von marce norbert hörler und Studio ERBA findet im Jahr 2026 statt.
Die entstehenden Arbeiten nähern sich den jeweiligen Orten mit installativen, performativen und partizipativen Mitteln. Sie machen subtile Verflechtungen und wechselseitige Abhängigkeiten zwischen menschlichen und mehr-als-menschlichen Akteur*innen sichtbar – entlang geologischer, biologischer und kultureller Zeitachsen. Dabei lassen sie die porösen Grenzen zwischen Selbst und Umwelt erfahrbar werden und bieten den Spazierenden einen neuen, ungewohnten Zugang zur Toggenburger Landschaft, durch die Linse der Kunst.
Die ausgewählten Künstler*innen entwickeln ihre Arbeiten seit dem Februar 2024 im Zuge von wiederkehrenden Forschungs- und Produktionsaufenthalten im Toggenburg. Das gibt ihnen die Möglichkeit, sich intensiv mit der Region auseinanderzusetzen und ihre Arbeiten kontextuell zu verorten. Die Produktion findet in enger Zusammenarbeit mit regionalen Partner*innen im Toggenburg und der Ostschweiz statt. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf dem schonenden Umgang mit Ressourcen, minimalen Eingriffen in die Umgebung und der Arbeit mit natürlichen, veränderlichen Materialien.
Kuration: Johannes Reisigl | Produktion: Hanes Sturzenegger | Mitarbeit Produktion: Maura Kressig, Sirkka Ammann | Beratung Kuration: Lisa Mazza (BAU - Institut für zeitgenössische Kunst und Ökologie) | Beratung Kuration und Fundraising: Ursula Badrutt Schoch
Unterstützt durch: Toggenburg Tourismus | Kanton St.Gallen Kulturförderung / Swisslos | Kultur Toggenburg | Lienhard Stiftung | Otto Gamma-Stiftung | Dr. Fred Styger Stiftung | Hans und Wilma Stutz Stiftung | H. und A. Baumberger-Germann Stiftung
Nähere Infos zum gesamten Programm und Zeitplan finden Sie auf der Webseite des Thur- und Neckerweg.
